Verhandlung im Gütetermin einer Kündigungsschutzklage am Arbeitsgericht

Gütetermin am Arbeitsgericht: Ablauf, Taktik, Vergleich & Kosten

Arbeitsrecht2025-09-05· 20 Min Lesezeit· Aktualisiert am 2026-10-22

Diana B. Haidari berät Arbeitnehmer in München und bundesweit digital zu Kündigung, Aufhebungsvertrag, Abfindung und arbeitsgerichtlichen Verfahren.

Arbeitsrecht München

Der Gütetermin am Arbeitsgericht ist meist der erste Gerichtstermin nach einer Kündigungsschutzklage. Ziel ist keine Beweisaufnahme und kein Urteil, sondern eine schnelle gütliche Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Häufig geht es dabei um einen gerichtlichen Vergleich mit Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung, offenen Zahlungsansprüchen und gegebenenfalls einer Abfindung.

Kommt im Gütetermin keine Einigung zustande, wird das Verfahren regelmäßig mit einem Kammertermin fortgesetzt. Für Arbeitnehmer ist der Gütetermin deshalb ein wichtiger strategischer Moment: Wer Ablauf, Kosten, Verhandlungsziele und typische Vergleichspunkte kennt, kann Angebote besser einschätzen und teure Fehler vermeiden.

Kurzantwort

Kurzantwort (für Eilige): Gütetermin beim Arbeitsgericht

Der Gütetermin ist meist der erste Gerichtstermin im Kündigungsschutzverfahren. Ziel ist eine schnelle gütliche Einigung, häufig durch einen gerichtlichen Vergleich. Kommt kein Vergleich zustande, setzt das Gericht das Verfahren regelmäßig mit einem Kammertermin fort.

  • Ablauf: Das Gericht ruft die Sache auf, hört beide Seiten kurz an und prüft, ob eine Einigung möglich ist. Eine Beweisaufnahme findet im Gütetermin in der Regel noch nicht statt.
  • Dauer: häufig 10–30 Minuten im Sitzungssaal, zuzüglich möglicher Wartezeit vor dem Aufruf.
  • Vergleich: Im Gütetermin geht es oft um Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung, offene Vergütung, Resturlaub und gegebenenfalls eine Abfindung.
  • Abfindung: kein gesetzlicher Automatismus, sondern Verhandlungssache. Die Höhe hängt vor allem von Prozessrisiko, Beschäftigungsdauer, Bruttogehalt und Verhandlungsposition ab.
  • Kosten (1. Instanz): Jede Partei trägt die eigenen Anwaltskosten; eine Kostenerstattung findet in der Regel nicht statt (§ 12a ArbGG). Prozesskostenhilfe oder Rechtsschutzversicherung können die Kosten abfedern.
  • Praxis-Hinweis: Ziele, Minimalziele und die wichtigsten Unterlagen vorab festhalten: Kündigung, Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen, relevante Mails, Abmahnungen und Informationen zu Resturlaub, Überstunden oder Bonusansprüchen.

Rechtsgrundlagen: § 54 ArbGG (Güteverhandlung) und § 12a ArbGG (Kosten in der 1. Instanz).

Was ist der Gütetermin (Güteverhandlung) am Arbeitsgericht?

Der Gütetermin am Arbeitsgericht ist der erste gerichtliche Termin im Kündigungsschutzverfahren, etwa vor dem Arbeitsgericht in München. Im Gesetz (§ 54 ArbGG) wird er als Güteverhandlung bezeichnet – beide Begriffe meinen dasselbe. Ziel ist nicht die abschließende Entscheidung über die Wirksamkeit der Kündigung, sondern eine frühe gütliche Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, häufig in Form eines gerichtlichen Vergleichs über Beendigungsdatum, Abfindung, Arbeitszeugnis, Freistellung, Resturlaub oder offene Vergütung.

Kommt im Gütetermin keine Einigung zustande, setzt das Gericht das Verfahren regelmäßig mit einem Kammertermin fort. Dort wird der Rechtsstreit vertieft verhandelt; je nach Fall können dann auch Beweise erhoben werden.

Generelle Informationen zur Kündigungsschutzklage finden Sie in unserem Beitrag: Kündigungsschutzklage – Ablauf, Erfolgschancen und wichtige Tipps. Der Gütetermin setzt dabei eine bereits eingereichte Klage voraus – bietet der Arbeitgeber stattdessen schon vor einer Klage einen Abwicklungsvertrag mit Klageverzicht an, gelten andere Maßstäbe, die wir im Beitrag Abwicklungsvertrag nach Kündigung erläutern.

Wie läuft ein Gütetermin ab?

Der Gütetermin läuft in der Regel kurz und vergleichsorientiert ab. Das Arbeitsgericht will zunächst klären, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Streit ohne längeres Verfahren beenden können. Eine ausführliche Beweisaufnahme findet im Gütetermin normalerweise noch nicht statt.

Typisch ist, dass das Gericht die Sache aufruft, beide Seiten kurz zu ihren Positionen anhört und anschließend mögliche Einigungspunkte bespricht. Bei einer Kündigungsschutzklage geht es dabei häufig um das Ende des Arbeitsverhältnisses, ein mögliches Vergleichspaket, ein Arbeitszeugnis, Freistellung, offene Vergütung, Resturlaub und gegebenenfalls eine Abfindung.

Kommt eine Einigung zustande, wird der Vergleich direkt im Termin protokolliert. Dieser gerichtliche Vergleich ist regelmäßig verbindlich und sollte deshalb vollständig und eindeutig formuliert sein. Kommt keine Einigung zustande, setzt das Gericht das Verfahren mit einem Kammertermin fort.

Wichtig ist: Der Gütetermin ist oft kurz, aber strategisch sehr bedeutsam. Wer erst im Termin über Ziele, Minimalforderungen und offene Ansprüche nachdenkt, verschenkt häufig Verhandlungsspielraum.

Beim eigenen Vortrag gilt: sachlich und auf die entscheidenden Punkte konzentriert wirkt überzeugender als eine ausführliche Schilderung aller Details. Wer Kündigungsgrund, Fristen und eigene Ziele in wenigen klaren Sätzen zusammenfasst, hinterlässt beim Gericht einen besseren Eindruck als bei weitschweifigen oder emotionalen Ausführungen.

Ablauf im Gütetermin beim Arbeitsgericht – Schritt für Schritt

Der typische Ablauf des ersten Gerichtstermins im Kündigungsschutzverfahren, kompakt und verständlich.

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Ladung und Vorbereitung

Mit der Ladung erhalten die Parteien Termin, Uhrzeit, Saal und Aktenzeichen. Vor dem Termin sollten Unterlagen, Ziele, Minimalforderungen und mögliche Vergleichspunkte vorbereitet werden.

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Aufruf der Sache

Das Gericht ruft die Sache auf und erläutert kurz den Zweck des Gütetermins: die Prüfung einer gütlichen Einigung.

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Kurze Darstellung der Positionen

Arbeitgeber und Arbeitnehmer schildern knapp ihre Sicht. Typische Themen sind Kündigungsgrund, Fristen, Prozessrisiken und die jeweiligen Ziele im Verfahren.

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Gütegespräch und Vergleichsvorschläge

Das Gericht sondiert eine Einigung. Häufig geht es um ein Vergleichspaket mit Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung, offenen Ansprüchen und gegebenenfalls einer Abfindung.

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Vergleich oder Kammertermin

Kommt eine Einigung zustande, wird der gerichtliche Vergleich protokolliert. Gibt es keine Einigung, bestimmt das Gericht regelmäßig einen Kammertermin.

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Nachbereitung

Nach dem Termin sollten Protokoll, Fristen, Zahlungen, Zeugnisregelungen und weitere Vereinbarungen geprüft werden. Bei fehlender Einigung beginnt die Vorbereitung auf den Kammertermin.

Hinweis: Der Gütetermin ist häufig auf 10–30 Minuten angelegt und dient vor allem der schnellen Einigung. Eine ausführliche Beweisaufnahme findet in der Regel erst später statt.

Für eine strukturierte Vorbereitung auf den Gütetermin kann eine Beratung von einem Kündigung Anwalt in München sinnvoll sein, um die eigenen Verhandlungsoptionen realistisch einzuschätzen.

Wie lange dauert der Gütetermin und wann findet er statt?

Ein Gütetermin am Arbeitsgericht dauert häufig nur 10 bis 30 Minuten. Die tatsächliche Verhandlung im Sitzungssaal ist oft kurz, weil das Gericht zunächst vor allem klären will, ob eine schnelle Einigung möglich ist. Längere Gespräche können vorkommen, wenn beide Seiten grundsätzlich vergleichsbereit sind, aber noch über einzelne Punkte verhandeln.

Wartezeiten vor dem Aufruf sollten trotzdem eingeplant werden. Gerade bei mehreren Verfahren am selben Sitzungstag kann der Termin später beginnen als in der Ladung angegeben. Deshalb sollten Arbeitnehmer ausreichend Zeit für Anreise, Orientierung im Gebäude und mögliche Verzögerungen einplanen.

Der Gütetermin findet meist einige Wochen nach Einreichung der Kündigungsschutzklage statt. Das Gesetz sieht dafür sogar eine Zielvorgabe vor: Nach § 61a Abs. 2 ArbGG soll der Gütetermin binnen zwei Wochen nach Klageerhebung stattfinden. In der gerichtlichen Praxis wird diese Frist aufgrund der Auslastung der Arbeitsgerichte jedoch häufig überschritten. Wichtig ist: Die 3-Wochen-Frist der Kündigungsschutzklage läuft unabhängig vom Gütetermin. Entscheidend ist, dass die Klage rechtzeitig nach Zugang der Kündigung eingereicht wird.

Die Zeit bis zum Gütetermin sollte aktiv genutzt werden: Unterlagen sortieren, Ziele und Minimalziele festlegen, offene Ansprüche prüfen und die eigene Verhandlungsposition realistisch einschätzen.

Dauer & Timing: Was ist realistisch?

Die wichtigsten Zeitpunkte rund um den Gütetermin, kurz als Orientierung.

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Zeit bis zum Gütetermin

Häufig wenige Wochen nach Einreichung der Kündigungsschutzklage; Gerichtsauslastung und Einzelfall können den Termin verzögern.

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Am Termintag

Wartezeiten vor dem Aufruf einplanen und Raum, Uhrzeit, Aktenzeichen sowie Hinweise in der Ladung prüfen.

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Im Saal

Häufig ca. 10-30 Minuten; prägnante Argumente, klare Ziele und vorbereitete Vergleichspunkte helfen.

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Wichtig

Die 3-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage läuft unabhängig vom Gütetermin. Entscheidend ist die fristgerechte Klage nach Zugang der Kündigung.

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Taktik

Wer vorbereitet in den Gütetermin geht, kann Vergleichsangebote besser einordnen und offene Punkte gezielter verhandeln.

Hinweis München: Beim Arbeitsgericht München sollten Sie ausreichend Zeit für Anreise, Einlass und mögliche Wartezeiten einplanen.

Diese zeitlichen Eckpunkte geben Orientierung. Entscheidend bleibt aber, dass Arbeitnehmer ihre rechtliche Ausgangslage, mögliche Risiken der Kündigung und eigene Vergleichsziele vor dem Termin realistisch einschätzen.

Wann eine Kündigung als zugegangen gilt und wie der Zugang bewiesen werden kann, erklären wir in unserem Beitrag: Zugang der Kündigung beweisen: So kann der Zugang nachgewiesen werden (Briefkasten, Einschreiben, Bote)

Wie bereitet man sich auf den Gütetermin vor?

Eine gute Vorbereitung entscheidet oft darüber, ob ein Vergleichsangebot im Gütetermin realistisch eingeschätzt werden kann. Arbeitnehmer sollten vor dem Termin ihre Ziele, Minimalforderungen und offenen Ansprüche kennen – nicht erst Unterlagen suchen.

Wie Sie dabei das erste Angebot, Gegenangebote und Zugeständnisse strategisch einordnen, lesen Sie in unserem Beitrag Abfindung im Gütetermin strategisch verhandeln.

Zentral ist dabei, was im Verfahren erreicht werden soll – etwa Weiterbeschäftigung, eine Beendigung gegen Vergleich, eine bestimmte Abfindung oder ein gutes Zeugnis – ebenso wie eine realistische Risikoeinschätzung der Kündigung, etwa bei Zugang, Frist, Kündigungsgrund, Betriebsratsanhörung oder Sozialauswahl. Wer diese Punkte erst im Termin sortiert, gerät schnell unter Druck.

Checkliste: Vorbereitung auf den Gütetermin

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Dokumente

Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag, Zusatzvereinbarungen, Abmahnungen, Lohnabrechnungen, relevante E-Mails, Protokolle, Zielvereinbarungen und sonstige Nachweise.

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Daten & Zahlen

Eintrittsdatum, Kündigungsdatum, Zugang der Kündigung, Bruttomonatsverdienst, variable Vergütung, Bonus/Tantieme, Resturlaub, Überstunden und offene Zahlungen.

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Rechtliche Angriffspunkte

Kündigungsfrist, Zugang der Kündigung, Kündigungsgrund, Betriebsratsanhörung, Sozialauswahl, Schwerbehinderung, Schwangerschaft, Elternzeit oder anderer Sonderkündigungsschutz.

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Ziele

Weiterbeschäftigung, Beendigung gegen Vergleich, Abfindung, Zeugnisnote, Freistellung, Beendigungsdatum und Regelung offener Ansprüche.

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Minimalziele & rote Linien

Vor dem Termin festlegen, welche Lösung akzeptabel ist und welche Punkte nicht offenbleiben dürfen.

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Organisation

Ladung, Aktenzeichen, Uhrzeit, Saal, Vollmacht, Rechtsschutzversicherung, Prozesskostenhilfe-Unterlagen und Anreise rechtzeitig prüfen.

Checkliste für den Gütetermin beim Arbeitsgericht – Unterlagen und Vorbereitung

Vergleich im Gütetermin: Was sollte geregelt werden?

Im Gütetermin geht es häufig nicht nur darum, ob das Arbeitsverhältnis endet. Entscheidend ist, wie es endet und welche Punkte im gerichtlichen Vergleich verbindlich geregelt werden.

Ein guter Vergleich sollte nicht nur eine mögliche Abfindung enthalten, sondern das gesamte Ende des Arbeitsverhältnisses sauber ordnen. Dazu gehören insbesondere Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung, Resturlaub, offene Vergütung, variable Ansprüche, Rückgabe von Arbeitsmitteln und klare Fälligkeiten.

Viele dieser Punkte spielen auch bei einem Aufhebungsvertrag eine Rolle, etwa Abfindung, Freistellung, Resturlaub, Zeugnis, offene Vergütung und das genaue Beendigungsdatum. Der Unterschied: Im Gütetermin wird die Einigung regelmäßig als gerichtlicher Vergleich protokolliert. Ein Aufhebungsvertrag wird dagegen meist außerhalb des Gerichtsverfahrens geschlossen. Dieser Aufhebungsvertrag sollte vor Unterschrift anwaltlich geprüft werden, um Nachteile für den Arbeitnehmer zu vermeiden.

Wichtig ist: Eine Abfindung ist im Gütetermin kein gesetzlicher Automatismus. Sie entsteht meist als Teil eines Vergleichs und hängt vor allem vom Prozessrisiko, der Verhandlungsposition und den wirtschaftlichen Interessen beider Seiten ab. Einen ersten Orientierungswert liefert unser Abfindungsrechner. Ausführlich zur Höhe der Abfindung und zur Frage, wann sich eine Einigung bereits im Gütetermin lohnt, lesen Sie im Beitrag: Abfindung im Gütetermin: Wie viel ist realistisch und wann lohnt sich Warten?

Der eigentliche Hebel liegt oft im Gesamtpaket. Eine etwas niedrigere Abfindung kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn dafür Freistellung, Zeugnis, Resturlaub, Bonus, Fälligkeit und offene Vergütung sauber geregelt sind. Umgekehrt kann eine hohe Abfindung an Wert verlieren, wenn wichtige Nebenpunkte offenbleiben oder später Streit auslösen.

Ein gerichtlicher Vergleich sollte deshalb möglichst eindeutig formuliert sein. Was nicht geregelt wird, führt später häufig zu Streit oder ist nur schwer nachzuverhandeln.

Vergleich im Gütetermin: Diese Punkte sollten geregelt werden

Ein gutes Vergleichspaket regelt nicht nur die Abfindung, sondern das gesamte Ende des Arbeitsverhältnisses.

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Beendigungsdatum

Kündigungsfrist, Austrittsdatum und ggf. Sprinterklausel eindeutig festhalten.

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Freistellung

Widerruflich oder unwiderruflich, mit klarer Regelung zu Urlaub und Überstunden.

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Zeugnis

Zeugnisnote, Schlussformel, Ausstellungsdatum und ggf. Tätigkeitsbeschreibung regeln.

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Offene Vergütung

Gehalt, Überstunden, Resturlaub, Provisionen, Boni oder Tantiemen ausdrücklich aufnehmen.

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Abfindung

Betrag, Bruttoformulierung, Fälligkeit, Bankverbindung und Verzugsfolgen klar regeln.

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Arbeitsmittel & Sachleistungen

Dienstwagen, Laptop, Handy, Schlüssel und Unterlagen mit Rückgabedatum und Zustand regeln.

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Ausgleichsklausel

Klären, welche Ansprüche mit dem Vergleich erledigt sind und welche ausdrücklich offenbleiben.

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ALG- und Steuerfolgen

Kündigungsfrist, Sperrzeitrisiken, Ruhenstatbestände und steuerliche Behandlung vorab mitdenken.

Merksatz: Ein guter Vergleich im Gütetermin regelt nicht nur die Abfindung, sondern das gesamte Ende des Arbeitsverhältnisses.

Steuer, Sozialversicherung und Arbeitslosengeld: kurzer Überblick

Bei einem Vergleich im Gütetermin sollten steuerliche und sozialrechtliche Folgen mitgedacht werden. Eine Abfindung ist regelmäßig steuerpflichtig und sollte im Vergleich klar von rückständigem Gehalt, Bonus, Provisionen oder sonstiger Vergütung getrennt werden – auch sozialversicherungsrechtlich kommt es darauf an, wofür eine Zahlung geleistet wird, denn eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist anders zu behandeln als nachzuzahlender Arbeitslohn.

Auch beim Arbeitslosengeld kommt es auf die genaue Gestaltung an. Ein gerichtlicher Vergleich nach einer bereits ausgesprochenen Arbeitgeberkündigung kann Sperrzeitrisiken reduzieren, ersetzt aber keine Prüfung des Einzelfalls. Besonders wichtig sind Kündigungsfrist, Beendigungsdatum und die Frage, ob der Arbeitnehmer aktiv an der Beendigung mitgewirkt hat, oder ob eine fristlose Kündigung drohte. Eine im Vergleich saubere Trennung von Abfindung, offener Vergütung und Fälligkeit reduziert spätere Streitigkeiten bei Abrechnung, Steuer, Sozialversicherung und Arbeitslosengeld.

Was passiert nach dem Gütetermin?

Nach dem Gütetermin gibt es zwei typische Möglichkeiten: Entweder schließen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen gerichtlichen Vergleich, oder das Verfahren wird mit einem Kammertermin fortgesetzt – dann sollten rechtliche Argumente, Beweise und offene Ansprüche weiter vorbereitet werden. In beiden Fällen sollten Arbeitnehmer den Termin sorgfältig nachbereiten.

Kommt ein Vergleich zustande, wird er regelmäßig im Protokoll des Arbeitsgerichts festgehalten; entscheidend ist, dass alle wichtigen Punkte vollständig und eindeutig geregelt sind: Beendigungsdatum, Abfindung, Fälligkeit, Zeugnis, Freistellung, Resturlaub, offene Vergütung, Rückgabe von Arbeitsmitteln und mögliche Ausgleichsklauseln. Fehler im Vergleichstext, unklare Fälligkeiten oder vergessene Ansprüche können später zu Streit oder wirtschaftlichen Nachteilen führen.

Nach dem Gütetermin: Was Sie sofort prüfen sollten

Checkliste nach dem Termin, damit Protokoll, Fristen und Umsetzung sauber passen.

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Protokoll und Vergleichstext

Prüfen Sie, ob der Vergleich vollständig und eindeutig protokolliert ist: Beendigungsdatum, Abfindung, Fälligkeit, Zeugnis, Freistellung, offene Ansprüche und Rückgaben.

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Rechtswirkung des Vergleichs

Ein gerichtlicher Vergleich ist in der Regel verbindlich. Bei Nichterfüllung kann er grundsätzlich als Vollstreckungstitel genutzt werden.

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Widerrufsvorbehalt prüfen

Enthält der Vergleich eine Widerrufsfrist, sollten Enddatum und Uhrzeit sofort notiert werden. Nach Ablauf der Frist ist der Vergleich in der Regel endgültig.

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Fälligkeiten und konkrete To-dos

Prüfen Sie konkrete Termine und Zuständigkeiten: Zahlungstermin der Abfindung, Ausstellungsfrist des Zeugnisses, Rückgabetermine für Arbeitsmittel und den Zeitpunkt der letzten Abrechnung.

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Umsetzung nachhalten

Legen Sie Zahlungseingang, Zeugnis, Rückgabe und Abrechnung als Erinnerung ab und fordern Sie ausbleibende Leistungen zeitnah ein.

Hinweis: Speichern Sie Protokoll und Vergleich sofort ab und dokumentieren Sie alle Fristen. Das verhindert Missverständnisse bei Zahlung, Zeugnis, Freistellung, Abrechnung und Rückgaben.

Wird der Vergleich ordnungsgemäß umgesetzt, ist das Kündigungsschutzverfahren regelmäßig beendet. Bleiben Zahlungen, Zeugnis oder andere vereinbarte Leistungen aus, sollten Arbeitnehmer nicht zu lange abwarten, sondern die Erfüllung zeitnah einfordern lassen.

Was kostet ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht?

Die Kosten eines Gütetermins hängen davon ab, ob ein Vergleich geschlossen wird, ob Anwälte beteiligt sind und ob Rechtsschutzversicherung oder Prozesskostenhilfe greifen. Besonders wichtig ist die erste Instanz vor dem Arbeitsgericht: Dort trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten grundsätzlich selbst – auch bei Obsiegen.

Gerichtskosten und Anwaltskosten müssen getrennt betrachtet werden. Ein früher gerichtlicher Vergleich kann sich auf die Gerichtskosten auswirken. Die eigenen Anwaltskosten entstehen jedoch unabhängig davon, ob der Rechtsstreit bereits im Gütetermin erledigt wird oder später weitergeht.

Wer rechtsschutzversichert ist, sollte vor dem Termin eine Deckungszusage einholen. Bei geringem Einkommen kann Prozesskostenhilfe in Betracht kommen. Eine genauere Einordnung zu Streitwert, Anwaltskosten und Rechenbeispielen finden Sie im Beitrag: Kündigungsschutzklage Kosten: verständlich erklärt.

ThemaKernpunkt
GerichtskostenGerichtskosten hängen vom Verfahrensausgang und Streitwert ab. Wird das Verfahren früh durch einen gerichtlichen Vergleich erledigt, kann sich dies kostenmindernd auswirken.
AnwaltskostenIn der 1. Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei die eigenen Anwaltskosten grundsätzlich selbst, auch bei Obsiegen. Grundlage ist § 12a ArbGG.
RechtsschutzversicherungBei bestehender Rechtsschutzversicherung sollte vorab eine Deckungszusage eingeholt werden. Selbstbehalt, Wartezeit und Versicherungsumfang sollten geprüft werden.
Prozesskostenhilfe (PKH)Prozesskostenhilfe kann bei Bedürftigkeit in Betracht kommen, wenn die Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.
Vergleich im GüteterminEin gerichtlicher Vergleich beendet das Verfahren häufig früh und schafft Rechtssicherheit. Zugleich können anwaltliche Vergleichsgebühren entstehen.

Gerade im Vergleich werden Kostenfragen oft unterschätzt. Eine frühzeitige Klärung von Anwaltskosten, Rechtsschutz und Prozesskostenhilfe hilft, finanzielle Risiken realistisch einzuordnen.

Typische Fehler im Gütetermin

Im Gütetermin werden oft in kurzer Zeit wichtige Weichen gestellt. Viele Fehler entstehen nicht, weil der Fall rechtlich aussichtslos ist, sondern weil Ziele, Unterlagen oder Vergleichspunkte nicht ausreichend vorbereitet wurden. Besonders riskant ist ein vorschneller Vergleich: Er beendet das Verfahren zwar schnell, sollte aber nur geschlossen werden, wenn die wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen – nicht nur eine mögliche Abfindung, sondern auch Zeugnis, Freistellung und offene Vergütung – klar sind.

Typische Fallstricke im Gütetermin und wie Sie sie vermeiden

Diese Punkte entscheiden oft über Vergleich, Planungssicherheit und spätere Streitigkeiten.

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Ohne klare Ziele in den Termin gehen

Vor dem Gütetermin sollten Ziel, Mindestziel und rote Linien feststehen: Weiterbeschäftigung, Vergleich, Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung und offene Ansprüche.

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3-Wochen-Frist falsch einschätzen

Ein Widerspruch beim Arbeitgeber reicht nicht. Entscheidend ist die rechtzeitige Kündigungsschutzklage nach Zugang der Kündigung.

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Vergleich vorschnell akzeptieren

Ein Vergleich sollte erst geschlossen werden, wenn Beendigungsdatum, Zahlungen, Zeugnis, Freistellung und offene Ansprüche klar geregelt sind.

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Zeugnis ohne klare Note regeln

'Wohlwollend' klingt gut, führt aber später oft zu Streit. Note, Tätigkeitsbeschreibung, Schlussformel und Ausstellungsdatum sollten möglichst konkret festgehalten werden.

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Freistellung, Urlaub und Überstunden offenlassen

Widerrufliche oder unwiderrufliche Freistellung, Urlaubsanrechnung und Überstunden sollten ausdrücklich geregelt werden.

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Abfindung ohne Fälligkeit vereinbaren

Betrag, Bruttoformulierung, Fälligkeit, Bankverbindung und Verzugsfolgen sollten im Vergleich eindeutig geregelt sein.

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Offene Vergütung und Sonderansprüche vergessen

Gehalt, Boni, Provisionen, Resturlaub, Überstunden, Annahmeverzugslohn und besondere Beteiligungsmodelle sollten vor einer Ausgleichsklausel geprüft werden.

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ALG-, Steuer- und Ausgleichsklauseln nicht prüfen

Beendigungsdatum, Kündigungsfrist, Sperrzeitrisiken, Steuerfolgen und eine zu weite Ausgleichsklausel können erhebliche Folgen haben.

Achtung: Ein Vergleich ist häufig endgültig. Was im Gütetermin nicht sauber geregelt wird, lässt sich später oft nur schwer korrigieren.

Wer diese Punkte vor dem Gütetermin systematisch prüft, verhindert, dass wichtige Ansprüche durch eine zu weite Ausgleichsklausel verloren gehen.

Was passiert, wenn im Gütetermin keine Einigung zustande kommt?

Kommt im Gütetermin keine Einigung zustande, ist das Verfahren nicht beendet. Das Arbeitsgericht setzt den Rechtsstreit dann regelmäßig mit einem Kammertermin fort. Der Kammertermin ist der spätere Haupttermin im Kündigungsschutzverfahren und dient der vertieften rechtlichen Prüfung.

Bis zum Kammertermin haben beide Seiten meist Gelegenheit, ihre Argumente schriftlich weiter auszuführen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können dann näher darlegen, warum die Kündigung wirksam oder unwirksam sein soll. Je nach Fall können auch Unterlagen, Zeugen oder weitere Beweismittel eine Rolle spielen.

Für Arbeitnehmer bedeutet das: Ein gescheiterter Gütetermin ist nicht automatisch schlecht. Manchmal ist es strategisch sinnvoll, einen unvollständigen oder wirtschaftlich zu schwachen Vergleich nicht anzunehmen und das Verfahren fortzuführen. Das gilt besonders, wenn die Kündigung rechtlich angreifbar ist oder wichtige Punkte im Vergleich offenbleiben würden.

Vergleiche sind auch nach dem Gütetermin weiterhin möglich. Häufig einigen sich die Parteien noch vor dem Kammertermin, im Kammertermin selbst oder sogar kurz vor einer Beweisaufnahme. Entscheidend ist, die eigene Prozessposition nach dem Gütetermin realistisch zu bewerten und die nächsten Schritte konsequent vorzubereiten.

Mehr zum weiteren Ablauf lesen Sie im Beitrag: Kammertermin am Arbeitsgericht: Ablauf, Bedeutung und Vorbereitung.

Gütetermin am Arbeitsgericht München: Was ist zu beachten?

Wenn der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht München stattfindet, gelten rechtlich dieselben Grundsätze wie vor anderen Arbeitsgerichten. Praktisch wichtig sind die Angaben in der Ladung: Aktenzeichen, Uhrzeit, Saal, Hinweise zum persönlichen Erscheinen und mögliche Wartezeiten.

Arbeitnehmer aus München und Umgebung sollten den Termin nicht nur organisatorisch, sondern vor allem inhaltlich vorbereiten – mit einer realistischen Einschätzung der eigenen Verhandlungsposition. Eine anwaltliche Vorbereitung kann helfen, Vergleichsangebote einzuordnen und typische Fehler zu vermeiden.

Symbolbild Arbeitsgericht München – Gütetermin, Vergleich und Ablauf im Kündigungsschutzprozess

Benötigen Sie Hilfe vor dem Gütetermin?

Sie haben eine Kündigung erhalten, bereits Kündigungsschutzklage eingereicht oder einen Termin beim Arbeitsgericht bekommen? Dann kann eine kurzfristige Prüfung sinnvoll sein, insbesondere, wenn Sie ein Vergleichsangebot erhalten haben oder unsicher sind, welche Ziele im Gütetermin realistisch sind.

Für eine erste Einordnung finden Sie hier unsere Übersicht zu Arbeitsrecht München Erstberatung.

Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zum Kammertermin am Arbeitsgericht, zur Abfindung im Gütetermin und zu den Kosten einer Kündigungsschutzklage: 

Lassen Sie sich vor dem Gütetermin beraten

Als Kanzlei für Arbeitsrecht in München prüfen wir Ihre Ausgangslage, mögliche Angriffspunkte gegen die Kündigung und Ihre Optionen im Gütetermin. Dazu gehören insbesondere Fristen, Kündigungsgründe, Abfindungschancen, Zeugnis, Freistellung, offene Vergütung und die Frage, ob ein Vergleich wirtschaftlich sinnvoll ist.

FAQ - Gütetermin im Arbeitsgericht

Im Gütetermin prüft das Arbeitsgericht, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Streit gütlich beilegen können. Beide Seiten stellen ihre Position kurz dar. Häufig geht es um einen gerichtlichen Vergleich mit Regelungen zu Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung, offenen Ansprüchen und gegebenenfalls einer Abfindung.

Themen: Arbeitsrecht